Auf den Spuren jüdischen Lebens rund um das Haus Schwarzenberg Berlin

Ich hatte ja nach dem letzten Berlinbesuch angekündigt, Euch noch etwas von unserem Spaziergang auf den Spuren jüdischen Lebens zu berichten.

Fährt frau mit der Bahn zur Haltestelle Hackesche Höfe und schaut sich dort ein wenig um, entdeckt sie neben all den prachtvoll renovierten Gebäuden eines, dass noch den „Charme“ des Verfallenen versprüht. Direkt neben den stilvoll gefließten Fronten der bekannten Hackeschen Höfen befindet sich das Haus Schwarzenberg. Im Vorderhaus, zur Rosentaler Straße hin, befindet sich das Café Cinema, neben dem frau durch einen schmalen Eingang in einen Hof voll mit Graffitis gelangt.

Rundgang_01

Diese Flächen werden regelmäßig von den ansässigen KünstlerInnen neu gestaltet, und der Gebäudekomplex vermittelt einen Eindruck davon, wie es im Scheunenviertel Berlins kurz nach der Wende ausgesehen haben könnte, als KünstlerInnen und Freigeister sich in den alten und zumeist leerstehenden Gebäuden ihren Platz suchten.

Rundgang_02

Gegenüber der Fahrradständer befindet sich der Aufgang zum Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, wo unser Spaziergang begann.

Am Ende des ersten Hofes, neben dem Durchgang zum Hinterhaus, gelangt frau über eine steile Treppe ins Anne Frank Zentrum. Diese Ausstellung hat mir von ihrer Aufmachung besonders gut gefallen, da sie auch ein junges Publikum anspricht. Ich werde im Sommer auf alle Fälle mit Line noch einmal dort hingehen.

Blick aus einem der Fenster des Anne Frank Zentrums

Blick aus einem der Fenster des Anne Frank Zentrums

Der dritte Teil unserer Spurensuche bestand in einem Spaziergang durch das Scheunenviertel. Neben einer allgemeinen Einführung machte uns unsere Begleiterin auch auf die vielen Stolpersteine aufmerksam und am Denkmal vor dem jüdischen Friedhof berichtete sie über die dort eingerichtete Sammelstelle, von wo aus viele jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden.

Rundgang_04

Zum Ende des Rundgangs kehrten wir wieder ins Haus Schwarzenberg zurück. Ich fand die Kombination aus Museum, Zentrum und Spaziergang sehr gelungen, und kann einen Besuch wirklich emfehlen.

Wer sich im Anschluss noch etwas dort aufhalten und die neugewonnenen Eindrücke auf sich wirken lassen möchte, der kann ich das alternative Eschschloraque im Hinterhaus emfehlen. Dort kann frau auch abends gemütlich-alternativ ein Bierchen trinken und etwas tanzen.

Rundgang_05

Mein Fazit – wer Berlin mal abseits des Hochglanzes, der prächtig restaurierten Fassaden und stylischen Galerien erleben möchte, ist hier gut aufgehoben. Zumindest das Anne-Frank-Zentrum kann auch sehr gut mit Kindern ab etwa acht Jahren besucht werden, und in der Kombination erfährt frau sehr viel über das jüdisch-deutsche Leben, Formen der Erinnerung und im Gespräch mit den dortigen MitarbeiterInnen auch vieles abseits des allgemein Bekannten.

Alles Liebe, Catou

 

 

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