„Mama, hier plätschert was….“

mit dem kleinen Satz hat Line gestern zum einen meine Wohnung gerettet, zum anderen aber auch meinen Tag verhuntz.

Kurz bevor ich nach meiner mittwöchlichen Zimmerstunde wieder arbeiten wollte, kam auf einmal eine ganzer Schwall Wasser hinter unseren Bücherregalen hervor.

Wasser_01

Kaum hatte ich den Schwall mit Handtüchern (Geschirrtücher reichten ob der Wassermenge nicht mehr) aufgewischt, gluckerte es wieder verdächtig in der Leitung, und der nächste See breitete sich vor mir aus.

An diesem Punkt war selbst bei mir eine klare Vorstufe von Hysterie erreicht. Ich merkte, wie mir die Tränen in die Augen schossen, und wußte, wenn ich jetzt anfange zu heulen, höre ich so schnell nicht damit auf. Ich konnte nur noch stammeln: „Wasser aus, oben, Opa anrufen, Oma kommen,….“. Während ich wieder wischte, rannte Line mit dem Telefon in der Hand nach Oben, bat die liebe neue Mitbewohnerin, kein Wasser mehr in der Küche laufen zu lassen, informierte meine Eltern und kam mit noch mehr Handtüchern zurück.

Ich bemerkte irgendwie, dass das Wasser sich gefährlich auf meine Kamera zubewegte und hielt mich an ihr fest. Als meine Eltern ein paar Minuten später eintrafen, übernahm meine Mutter für ein paar Minuten das Regiment und ich konnte mich insoweit beruhigen, dass ich aufhörte zu zittern und wieder einen klaren Plan fassen konnte.

Die Regale müssen weg von der Wand.

Wasser_02

Also alles ausgeräumt (warum habe ich nur so viele Bücher?!), auf dem Boden und den Sofas verteilt, weitergewischt, Trocknungsgebläse (noch aus Lines Wickelzeiten) geholt, Opa in den Baumarkt geschickt, einen neuen Stopfen für die Abwasserleitung der alten Küche zu besorgen.

Wasser_03

Als ich einen Blick auf das Chaos geworfen hatte, war klar, dass ich nirgends mehr hingehen wollen würde, und da ich heute nach Dresden fahren will, konnte ich die Aufräumaktion auch nicht verschieden.

Als mein Vater aus dem Baumarkt zurück kam, haben wir das Abwasserrohr neu und vernünftig abgedichtet, ich habe kurzzeitig überlegt, das ganze Wohnzimmer umzuräumen, um bei eventuell irgendwann mal wieder auftauchenden Problemen nicht erneut alles auseinanderschrauben und ausräumen zu müssen, und dann mit Mamas Hilfe doch wieder alles an seinen Platz geräumt.

Wasser_04

Heute früh habe ich die letzten Bücher eingeräumt. Die meisten Fächer sind zweireihig gefüllt und nach einer Nacht mit ruhigen Schlaf konnte ich mich auch wieder an ihnen erfreuen. Aber, gebraucht hätte ich die ganze Aktion nicht! Das Fach, hinter dem sie die Anschlüsse unserer alten Küche befinden, habe ich erst mal frei gelassen. Vielleicht säge ich da die Rückwand noch aus, damit ich an die Anschlüsse drankomme, ohne wieder alles wegräumen zu müssen.

Mir wird jetzt noch ganz anders, wenn ich mir überlege, wie die Wohnung am Sonntag ausgesehen hätte, wenn der alte Stopfen erst nach meiner Abfahrt endgültig den Geist aufgegeben hätte. Dann wäre der Boden total hinüber gewesen und ich hätte wohl die Hälfte meiner Bücher entsorgen können.

Glück im Unglück sagt man dann wohl, und dank meiner lieben Mama bin ich auch nicht total ausgerastet. Ich war mit der Situation erst mal wirklich überfordert, bin aber heute zumindest soweit, dass ich mir sage, „Wenigstens sind die Bücher mal alle abgestaubt worden.“

Habt Ihr auch schon mal mit einem kleineren oder größeren Wasserschaden zu kämpfen gehabt?

Ich gehe jetzt meine Reise vorbereiten und hoffe, dass ich nicht die ganze Zeit an diesen blöden Abfluss werde denken müssen.

Alles Liebe, Catou

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Eine Antwort zu “„Mama, hier plätschert was….“

  1. Oh je, wie ärgerlich! Aber ist ja noch glücklicherweise „gut“ ausgegangen!
    Ich hatte ein Glück noch keinen Wasserschade *aufholzklopf*^^

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