Von Prinzen, Broten und allerei Chaos

Guten Morgen Ihr Lieben!

Na, kleiner Kröterich gefällig?

Dieses Exemplar beobachtete mich die Tage beim Wäscheaufhängen im Keller und zum Glück hatte er sich wieder verkrochen, als das Kind kam. Sie findet Kröten nämlich genauso eklig wie Frösche und hätte den Keller wohl einige Wochen nur unter Protest betreten. Ich wollte behaupten, er sei einfach ein verwunschener Prinz, aber das zieht bei einer 13jährigen nicht mehr.

Kröte

In dem Lichtschacht aus dem er mich beobachtet hat, haben von einigen Jahren ein paar Salamander gelebt und auch wenn ich die Scheiben unbedingt mal wieder putzen müsste, finde ich es toll, dass ich sozusagen eine Art privates Freilandterrarium mein Eigen nennen kann ;-).

Das arme Kind ist aber momentan auch besonders gestraft, was vielleicht auch zu diesem wirren Post beiträgt. Freitag abend war Fussball angesagt. Die junge Dame im Tor, antreten gegen den stärksten Gegner der Gruppe. Ich seit langem mal wieder dabei (zum Glück) und unsere Mädels schießen ein Tor. Line hält alles und die Verteidigung steht. Ein Krimi! Und dann, zehn Minuten vor Abpfiff ein Schuss der gegnerischen Mannschaft, der den Trainer am Spielfeldrand leise seufzen ließ:”Der ist drin.”. Doch nein, war er nicht! Lines Arm hat diese Rakete gestopt, allerdings hat der Ball ihre Pläne, kommende Woche im Mittelmeer zu planschen, zunichte gemacht. Arm glatt gebrochen, und wir den Freitagabend in der Notaufnahme verbracht.

Sie möchte auch nicht, dass ich den Gips fotografiere, und so kann ich Euch “nur” Bilder von den am Samstag einhändig gekneteten Konfibroten zeigen, die am Sonntag von den Konfirmanden nach dem Jugendgottesdienst zu Gunsten von Brot für die Welt verkauft wurden.

Konfibrote

Zumindest genießt sie es, dass Mama wieder mal Nutellabrot schmiert und die liebe Franzi ihr Genesungsblümlein geschenkt hat.

Ich selbst bin weiterhin im Macaronhimmel, habe mich gleich zweimal an reine Eigenproduktionen gemacht, und kann sagen, dass es gut war, das Motivationstief zu überwinden.

Macarons_01

Die Böden werden immer besser, und auch die Oberfläche macht sich:

Macarons_02

Ach, das macht mich schon stolz! Außerdem ist der Zauberschöne wieder Erwarten letzte Nacht schon von einer seiner Messen nach Hause gekommen, und so ist die Phase, in der wir uns nicht sehen, doch nicht ganz so lang. Also ist es trotz des gebrochenen Arms ganz schön im Hause Provinznotizen und wenn ihr die kommenden Tage wenig von mir hören werdet, liegt es daran, dass ich Packen und verreisen werde. Es geht nach Ibiza, und ich werde sicher viele Fotos mitbringen.

Bis dahin alles Liebe, Catou

Die hohe Schule der Patisserie, oder: Warum tue ich mir das eigentlich an?

Gestern war es mal wieder soweit, der Xte Versuch, dieses kleine französische Mandelgebäck, genannt Macarons, zu backen.

Dieses Mal hatte ich mich dank der vielen Tips bei den letzten gescheiterten Versuchen besser ausgestattet. Eine Backmatte ist eingezogen, und bei Aurelié habe ich mir vorgemischtes Mandelpulver bestellt. Ihr Anleitungsvideo habe ich dreimal angeschaut und dann fühlte ich mich gerüstet.

Und, man glaubt es kaum, schon das aufgeschlagene Eiweiß war bei diesem Mal von einer ganz anderen Konsitenz als bei den letzten Versuchen. Ich habe 10 gr. weißen Zucker untergerührt und dann einen kleinen Stips Lebensmittelfarbpaste zugegeben. Als die Masse dann so war, dass ich sie “über Kopf” mit dem Handmixer schlagen konnte, habe ich auf drei Portionen die Macaron-Mischung untergehoben, et voilá: da geht was!

Macarons_01

Links seht ihr die frisch gespritzen Tupfen. Ich hatte keinen Einmalspritzbeutel mehr und nur Sterntüllen im Hause, also habe ich auf einen Gefrierbeutel als Spritzhilfe zurückgegriffen, was zu leichten “Rillen” in der Oberfläche geführt hat.

Dann habe ich die verordneten 20 Minuten gewartet, damit sich eine Kruste auf der Oberfläche bilden kann, die bewirkt, dass die Macarons kleine Füsschen bekommen, und ab ging es bei 135* in den Ofen. Das mit dem Ofen ist so eine Sache. “Kennen Du sollst Deinen Ofen!” ist ein quasi geflügeltes Wort unter den Macaronbäckerinnen, und, naja, meiner ist halt wie er ist.

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Im rechten Bild sehr Ihr das ganz gut, links ein Macaronboden wie er sein soll, und rechts die Variante:”Gib mir noch 30 Sekunden mehr Backzeit!”. Meine Matte hat 7*4 Kreise für die Macarons, die beiden äußeren Reihen hatten Schwierigkeiten mit den anderen gleichzeitig fertiggebacken zu sein. Fazit: mein Ofen ist an den Außenseiten minimal kälter als in der Mitte.

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Aber hey! Nichts, was sich nicht mit einem Löffel Schokoladencreme kaschieren ließe!

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Die von Aurelié angebotene Menge von 120gr. in der Macaronmischung hat bei mir genau für eine Fuhre auf der Backmatte gereicht und das ergibt dann 14 Macarons. Da die Masse ja nicht trocken werden soll, während die erste Fuhre backt, finde ich die Menge sehr gut, auch wenn ich da eine kleine Schwester habe, die sicher meint: “Viiiiiiiiel zu wenig!” ;-).

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Die kleinen Teilchen ziehen jetzt im Kühlschrank noch etwas durch und ich bin zufrieden! Natürlich werde ich nun hochmotiviert versuchen, die Mischung aus Puderzucker und Mandelpulver selbst zusammenzustellen, da das auf Dauer doch ein teurer Spaß werden würde, immer die Mischung zu bestellen, aber ich plane schon die nächsten Kombinationen und habe meine Macaron-Back-Motivation wiedergefunden, was es auf alle Fälle wert war.

Jetzt wünsche ich Euch noch einen schönen Freitag, es ist manchmal echt erschreckend, wie schnell meine Woche wieder um ist!

Alles Liebe, Catou

Breslau – Wroclaw – Brassel

Hallo und Guten Tag!

Heute geht es nach Breslau und wir werden eine Fahrt in einer alten Straßenbahn unternehmen. Kommt Ihr mit?

Nach einem gemütlichen Abend in unseren Gastfamilien hieß es am Freitag vergangener Woche: “Auf nach Breslau!”. Mit dem Bus über die Landstraßen bekamen wir durch den Frühnebel noch etwas von der niederschlesischen Landschaft zu sehen, und dann ging es bei Sonnenschein durch die Stadt. Die Organisatoren hatten uns wieder eine kompetente Stadtführerin zur Seite gestellt und nach einem Spaziergang durch den ältesten Teil der Stadt ging es mit dem Bus weiter.

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Auf der Altstadtinsel gibt es noch echte Gaslaternen, die spät und früh von einem Nachtwächter gezzündet werden. Beim Kirchenportal im rechten Bild musste ich an unsere Freunde im Wendland denken, und wir haben uns gefragt, ob man im 16. Jahrhundert schon wusste, dass Menschen mal mit einem gelben X gegen Atomtransporte protestieren werden.

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Nach dem Inselspaziergang wurden wir mit dem Bus zur Marina gefahren, wo uns ein leckerer Käsekuchen mit Vanilleeis erwartete. Die hellen und dunklen Streusel zum Eis waren ausgesprochen lecker, und ich denke, dass ich das hier auch mal anbieten werde.

Der Hahn ist Bestandteil einer Figurengruppe in der Metzgergasse unweit des Marktplatzes. In dieser kleinen Gasse haben sich Kunsthandwerker und regionale Spezialitätenlädchen angesiedelt. In der Nähe gibt es auch eine Bonbon-Manufaktur in der ich zwei junge Frauen beim Bonbonrollen beobachten konnte. Von den “Bongos” (O-Ton kleiner Neffe) habe ich einige mitgebracht und kann sie jedem als Mitbringsel empfehlen – sehr lecker!!!

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Nach einem Rundgang über den Marktplatz mit interessanten Erläuterungen habe ich angefangen, die kleinen Heinzelmännchen zu fotographieren, die überall in der Innenstadt verteilt sind. Über 150 Stück gibt es inzwischen, und sie stellen neben Berufen typische Situationen des Lebens dar.

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An der Oper erwartete uns dann ein weiteres Highlight, eine Fahrt in der nostalgischen Straßenbahn, die das Orgateam extra für uns gebucht hatte.

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Da die alte Bahn natürlich nicht mit einer elektrischen Weichenstellung ausgestattet ist, ist der Fahrer immer wieder ausgestiegen, um die Weichen manuel zu stellen und wir sind sicher bis zur Endhaltestelle an der Jahrhunderthalle gefahren. Dort haben wir das Gebäude von außen erklärt bekommen (sämtlicher verarbeiteter Zement stammt aus der Nähe von Groß-Döbern) und in der Parkanlage hatte wir das Glück, dass wir genau zur vollen Stunde dort ankamen. Es gibt tolle Wasserspiele zu Musik, immer zur vollen Stunde und stündlich andere Melodien. Ein wunderschöner Ort zum Kaffeetrinken und Verweilen!

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Auf dem Heimweg hatten wir auf der letzten Bank im Bus viel Spaß. Frau Meusel hat für meinen Gastgeben Alfred sogar noch seine Lieblingslakritz herbeigezaubert und wir haben viel gelacht.

Breslau ist sicher auch eine eigene Reise wert. Es gibt über 150000 Studenten, die Menschen sind freundlich und man sollte sich unbedingt die Aula Leopoldina und den neu renovierten Musiksaal in der Universität anschauen. Die beiden Räume haben mich in ihrer Pracht und barocken Opulenz sprachlos gemacht und ich denke, dass es für die Studenten, die dort ihre Imatrikulation erhalten, ein ganz besonderes Erlebnis ist.

Ich hoffe, unser kleiner Ausflug hat Euch gefallen. Hier ist schon wieder Packen angesagt, das Kind fährt morgen auf Konfirüste und wenn ich aus dem Fenster schau und den Regen sehe, zähle ich langsam von Elf auf Null. Soviele Tage sind es noch bis zu meinem (Entspannungs-) Urlaub auf Ibiza mit Line und meinen Eltern, aber bis dahin haben wir noch einiges vor.

Alles Liebe, Catou